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Interview mit Katharina Leuck von LEISE/laut

Katharina ist Diplomübersetzerin und bloggt seit zwölf Jahren, chapeau. Ihr erster Blog war in Amerika beheimatet, wo sie über zwei Jahre gelebt hat. Ende 2007 ging LEISE/laut live, das sich mittlerweile zu einer Perle unter den unabhängigen Musikmagazinen im Blogstil entwickelt hat. Katharina hat Kraftklub auf dem Stadtfest in Osnabrück entdeckt und wenig später interviewt. Das war 2010, wo sie als Vorband vor zehn Leuten gespielt haben.

zeitdeck: Du schreibst in Live Live Live über anstehende und besuchte Konzerte, in den Artikeln sehe ich Deine Leidenschaft für Musik am stärksten.

Katharina Leuck: Ich bin regelmäßig auf vielen Festivals und Konzerten. Früher bin ich auch mal Bands hinterher gefahren. In Osnabrück kennen mich die Veranstalter mittlerweile ganz gut, auch durch meine journalistische Arbeit bei der Neuen Osnabrücker Zeitung.

zeitdeck: Schreibst Du anders wenn du auf LEISE/laut bloggst oder für etwas gedrucktes?

Katharina Leuck: Beim Bloggen kann ich die persönliche Erfahrung mit rein bringen, ich kann sagen, dass ich die Band vorher nicht kannte und einfach in der Ich-Form schreiben. Ich habe auch bei der Zeitung schon viel speziell für Online geschrieben. Der Unterschied ist eben, dass andere Leute die Texte sehen bevor sie veröffentlicht werden. Die Zielgruppen sind anders, entsprechend auch der Stil. Es macht mir einfach Spaß, eigene Texte zu schreiben, deshalb habe ich auch den eigenen Blog gestartet und eingerichtet. Zudem kann ich meine Arbeitsproben zeigen.

zeitdeck: Wie gehst Du mit Anfragen für LEISE/laut um? Wann nervt es dich?

Katharina Leuck: Die meisten Anfragen kommen von kleineren Agenturen, die Indie Labels vertreten. Von großen Plattenfirmen bekomme ich auch mal Anfragen, wenn ich schon über eine Band geschrieben habe. Ich freue mich über fast jede Mail. Aufdringlich finde ich es nur, wenn mir jemand ungefragt ein Album schickt und nach drei Tagen schon nachhakt, ob ich die Platte schon gehört habe.

zeitdeck: Was war Dein erstes „Aha“ Erlebnis beim Bloggen?

Katharina Leuck: Das war das erste Interview-Angebot für den Blog überhaupt, das Ende 2010 direkt über Universal von der Online-Promoterin von Axel Bosse kam. Dessen Konzerte sind jetzt ja auch regelmäßig ausverkauft. Oder über Kraftklub zu schreiben, als sie noch vor 10 Leuten als Vorband von Jupiter Jones auf der Maiwoche, dem Stadtfest in Osnabrück, gespielt haben. Außerdem habe ich als eine der ersten in Deutschland über Lukas Graham gebloggt, der mittlerweile sehr bekannt ist. Zu sehen, wie deine eigenen Entdeckungen groß werden, das ist immer ein tolles Erlebnis. Und wenn Künstler dann deinen Blog auch noch verlinken, großartig.

zeitdeck: Wie hat Dich die Freiheit des Bloggens inspiriert?

Katharina Leuck: Beim Bloggen inspiriert mich die Freiheit immer wieder dazu, einfach mal neue Formate auszuprobieren und mit unterschiedlichen Darstellungsformen zu spielen. Sei es jetzt mal ein Video zu drehen, eine Audioslideshow zu konzipieren oder einfach auch mal über Bands zu schreiben, über die sonst vermutlich kaum jemand schreiben würde. Es ist manchmal einfach schön, alles selbst bestimmen zu können und von keiner Redaktionsleitung vorgeschrieben zu bekommen, was gerade geht und was nicht geht.

zeitdeck: Welchen Musikblog kannst du uns empfehlen?

Katharina Leuck: Da gibt es viele, aber das Konzerttagebuch Mein Zuhause Mein Blog oder Lieblingstape.de mag ich gerne.

zeitdeck: Was kannst du anderen Bloggern mit auf den Weg geben und wo siehst Du LEISE/laut in 5 Jahren?

Katharina Leuck: Lasst Euch in Euren eigenen Blogs nicht verbiegen und bloggt wirklich nur über das, was Euch auch wirklich gefällt. Habt Mut zum Anderssein. Ich finde es wichtig, sich immer seinen eigenen Geschmack und ein großes Maß an Neugierde für sein Thema zu bewahren. Nur so kann man sich vom ganzen Einheitsbrei abheben und auch mal wirklich neue Trends und Aspekte entdecken. Ich hoffe, dass ich das in fünf Jahren über mich und LEISE/laut auch immer noch sagen kann.

Foto: Dominik Bartsch

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