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Blogs in der Ära des dezentralisierten Individuums

1988 kam Shoshana Zuboff auf die Idee drei eigens ernannte Thesen in Ihrem Buch In the Age of the Smart Machine zu formulieren, sie waren einfach und sind heute relevanter denn je.

1. Alles, was digitalisiert und in Information verwandelt werden kann, wird digitalisiert und in Information verwandelt.

2. Alles, was automatisiert werden kann, wird automatisiert.

3. Jede Technologie, die zum Zwecke der Überwachung und Kontrolle kolonisiert werden kann, wird, was immer auch ihr ursprünglicher Zweck war, zum Zwecke der Überwachung und Kontrolle kolonisiert.

Aktuell arbeitet die Harvard Ökonomin, die in einem Landhaus in Maine wohnt, an einem neuen Buch: Information Civilization. Wenn ihre visionären Thesen als Gradmesser ihrer Kompetenz zu sehen sind, ist das neue Buch ein inoffizieller Lesebefehl. Sie beschreibt die Welt des dezentralisierten Individuums im postmateriellen Massenkonsum, und warum wir einen neuen sozialen Entwurf brauchen.

Blogs, die persönlich, unabhängig und auf dem eigenen Server liegen, sind Vorboten der freien, vernetzten, digitalen Schnittstellen in der Ära des dezentralisierten Individuums. Ai Weiwei meinte mal: Anzüge sind das Gegenteil von Individualität. „Soziale“ Medien à la Facebook sind Anzüge im Pausenhof des Internets, umso wichtiger sind dezentrale, freie Blogs – schon längst da, nur ungleichmäßig verteilt.

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