Blogger Relations ist keine PR

Von der automatisch generierten Ansprache inklusive der unpersönlichen Pressemeldung, ungefragt Produkte an Blogger zu versenden um später per Email nachzufragen ob und wann der „authentische“ Blogpost live geht, hat leider nichts mit Blogger Relations zu tun, eher mit oldskool PR und der standardisierten Gießkanne.

Natürlich gibt es viel positive PR wenn es um den Aufbau von Kommunikationsverteilern, dem Verpacken von Unternehmensnachrichten in funkelnde Worte und Clippings geht. Aber die dezentrale, unabhängige Blogosphäre ist seit dem Cluetrain Mainfesto schon längst weiter. Es geht weniger um Verteiler sondern um lebende Netzwerke. Es geht um eigene Texte auf dem eigenen Server im digitalen Schnellboot mit einer tatsächlich überzeugten Meinung. Clippings sind tot. Kontrolle ist out. Reichweitenporno auch.

Der Aufbau von Blogger Relations beginnt mit der Recherche relevanter, persönlicher Blogs. Dabei reicht nicht das Anschmeißen von Suchmaschinen oder menschenleeren Datenbanken. Auch Blogs mit aufgeblähten Social Media Followern aufzustellen gehen öfters ins Leere. Wer mit Bloggern kooperieren will, sollte sich die Blogs sehr genau über einen längeren Zeitraum anschauen und lesen. Wo liegen die Interessen des Bloggers? Warum bloggt der Blogger überhaupt? Was macht der Blogger außerhalb der Blogosphäre? Hat sie oder er vielleicht schon über die Marke oder das Unternehmen geschrieben? Und dann erst kommt die heilige, erste Kontaktaufnahme.

Hier können die Relations bereits beendet sein bevor sie überhaupt angefangen haben, denn plumpe oder uninteressante Anfragen, fachliches Gestammel oder die Schrotflinten-Taktik schaffen keinen guten ersten Eindruck. Ist dieser Schritt überwunden geht es darum mit dem Blogger eine regelmäßige Kommunikation aufzubauen. Mit regelmäßig meine ich allerdings keine täglichen Belanglosigkeiten oder seelenlose Newsletter. Wohl dosierte und persönliche Kommunikation ist hier der Schlüssel für eine gute Beziehung.

Der Aufbau von Blogger Relations sollte ebenso wenig in die Hände von Praktikanten oder automatisiertem Code von Bots gehören. Auch nicht – und das unterstelle ich jetzt einfach mal den Internship-Millenials – wenn die sich im Allgemeinen deutlich besser in der Blogsphäre auskennen als die meisten anderen Mitarbeiter des Unternehmens. Zum einen fehlt hier vielleicht doch die ein oder andere Erfahrung, zum anderen sollte der Ansprechpartner nicht all zu oft wechseln.

Wer hier nicht auf die Fachkenntnis von Spezialisten angewiesen sein möchte, sollte sich dessen bewusst sein, dass wir dann von einer langfristigen Vollzeitstelle im Unternehmen reden. Ist zwar teuer, aber wertvoll. Diese Stabstelle sollte dann zwischen der Geschäftsführung, dem Produktmanagement, der PR und dem Marketing angesiedelt sein um alle Blickwinkel zu erfassen und diese in der Recherche und der persönlichen Kommunikation mit Bloggern einsetzen zu können.

Gerne lässt sich mit Hilfe von heißen und kalten Getränken, inklusive der Sicht auf die Tempelhofer Freiheit, auch über Blogger Marketing sprechen und warum jeder Mensch ein Beeinflusser ist.

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